Die Vielseitigkeit der Stoffverarbeitung

Wenn man den Begriff der Stoffverarbeitung hört, so mag man zuerst an das stereotypische Hausmütterchen denken, das am Nachmittag im Wohnzimmer sitzt, Socken stopft oder Schals und Mützen strickt. Man mag vielleicht auch an seine eigene Grundschulzeit zurückdenken, in der man sich an Nadel und Faden versucht hat und diverse Kunstwerke aus Stoff anfertigte. Dies reichte hierbei von eigenen Mützen oder Handschuhen bis hin zu selbstgemachten Kuscheltieren.

Doch dass hinter der Stoffverarbeitung viel mehr steckt als die klassische Handarbeit, ist vielen Menschen nicht wirklich bewusst. Zur Klärung dieser Frage ist es interessant, einmal einen Blick auf die technischen Grundlagen der Stoffverarbeitung zu werfen. Zunächst kann man einmal die Verarbeitung von Garnen zu Stoffgebilden in den Fokus nehmen. Die gängigste und älteste Technik ist hierbei die Webetechnik.

Bei dieser Verarbeitungsmethode werden einzelne Stränge rechtwinklig in Kreuzform miteinander verwoben und zusammengeschoben. Hierbei entsteht das typische Webmuster, welches man beispielsweise in vielen Leinentüchern finden kann. Die Grundstruktur, die hierbei entsteht, ist relativ dicht und lässt somit wenige bis gar keine Zwischenräume, und selbst wenn, dann sind diese sehr klein. Betrachtet man hingegen das Verfahren des Strickens, welches das Verbinden von Maschen beinhaltet, so merkt man deutlich, dass ein Gestrick wesentlich luftdurchlässiger ist. Hierbei kann man mit bloßem Auge ganz deutlich erkennen, dass es innerhalb des Stoffgebildes zahlreiche Löcher gibt, durch die man sogar problemlos hindurchsehen kann. Vergleicht man diese unterschiedlichen Bearbeitungsweisen, so erkennt man deutlich eine unterschiedliche Struktur der jeweiligen Endprodukte. Jede dieser beiden Methoden ist individuell für eine bestimmte Situation geeigneter als die andere. Ein Beispiel für ein festes Gewebe findet Anwendung in den unterschiedlichsten Alltagsbereichen.

Konkret sei hier in diesem Zusammenhang die Korbflechterei genannt. Beim Korbflechten wird im Wesentlichen genauso verfahren wie beim Weben. Hierbei werden auch im rechten Winkel Stränge aneinander gereiht und zusammen geschoben, bis diese ein festes Gebilde ergeben. Dies schlägt sich auch dementsprechend im Verwendungszweck nieder. In den meisten Fällen wird ein Korb dazu verwendet, um andere Objekte hineinzulegen, damit man insbesondere viele kleine lose Gegenstände wesentlich leichter transportieren kann. Damit es für den Inhalt keine Möglichkeit gibt, durch das Gebilde hindurchzufallen, ist es so eng miteinander verwoben, dass praktisch keine Löcher vorhanden sind, durch die der Inhalt fallen könnte.

Beim Gewebe von Stoffen besteht hier auch der mehr oder weniger gleiche Zweck. Ein anderes Anwendungsgebiet findet sich in der Stricktechnik wieder. Ein konkretes Beispiel, welches allein schon vom Namen her Einsicht bezüglich der Ähnlichkeit zur Textilverarbeitung gewährt, ist der so genannte Maschendrahtzaun. Hierbei handelt es sich um Drahtstränge, die maschenweise miteinander verbunden werden. Da diese Maschen auch relativ groß sind, ist es daher kein Problem, durch diesen Zaun hindurchzusehen. Ein Zaun dieser Art erfüllt also den Zweck, zum einen ein bestimmtes Gebiet zu begrenzen, indem es keinen Durchgang erlaubt. Andererseits erlaubt es aber auch, durch ihn hindurchzusehen. Dies kann sehr praktisch sein, damit die Neugier von Leuten, die eventuell zur anderen Seite wollen, nicht zu stark geweckt wird. Oft ist dies sehr sinnvoll, gerade wenn am anderen Ende des Zauns ein Gefahrengebiet, welches für jeden einsehbar als Warnung zu sehen ist und es ihnen andererseits nicht möglich ist, dorthin zu gelangen.